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Schulkinder in Bolivien.

Das LAZ: Armutsbekämpfung in Lateinamerika

Das Lateinamerika-Zentrum e.V. (LAZ) wurde 1961 von Prof. Dr. Hermann M. Görgen gegründet, der während des Zweiten Weltkrieges mit einer Gruppe von Regimegegnerinnen und Regimegegnern und Menschen jüdischen Glaubens nach Brasilien geflüchtet war. Nach seiner Rückkehr gründete er das Lateinamerika-Zentrum, um notleidenden Menschen in Lateinamerika zu helfen. 1962 wurde das LAZ offiziell als gemeinnütziger Verein registriert. Rund 1000 Hilfsprojekte in 17 Ländern Lateinamerikas hat das LAZ bisher unterstützt und gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen durchgeführt. Das LAZ leistet mit seiner Arbeit in Lateinamerika Hilfe zur Selbsthilfe und schafft gemeinsam mit seinen Partnern langfristige und nachhaltige Strukturen zur Armutsbekämpfung.

Das LAZ arbeitet mit geringem bürokratischen Aufwand, mit einem kleinen Team und hochqualifizierten ehrenamtlichen Mitgliedern, welche die Projekte durch kompetente Beratung oder Engagement begleiten.

Im Mittelpunkt der Arbeit des LAZ in Lateinamerika stehen vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen, sowie Menschen mit Behinderung und Nachfahren der Ureinwohner Lateinamerikas. Sie können sich aus dem Kreislauf der Armut aus eigener Kraft kaum befreien. Die LAZ-Projekte befinden sich sowohl in ländlichen Gegenden als auch in den Großstädten des lateinamerikanischen Kontinents.

Das LAZ unterhält eine jahrelange Kooperation mit den in Bonn ansässigen staatlichen und halbstaatlichen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, wie z.B. mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie mit der EU-Kommission in Brüssel.

Darüber hinaus ist das Lateinamerika-Zentrum e.V. eine treibende Kraft in der Zusammenarbeit der Zivilgesellschaften in Nord und Süd. Das Lateinamerika-Zentrum vermittelt Kontakte der südlichen Nichtregierungsorganisationen zu europäischen Organisationen und Institutionen. Das LAZ ist sehr eng in die regionale Struktur in Bonn-Köln und Umgebung eingebunden. Es bestehen Kontakte zu zahlreichen Nichtregierungsorganisationen der Zivilgesellschaft, z.B. zum Senior Experten Service (SES), zu den UN Volunteers (UNV) und zu hier ansässigen Unternehmen mit Bezug zu Lateinamerika, wie z.B. zur Roisdorfer Mineralquellen GmbH & Co. KG.

Die Projekte werden zu 75 Prozent durch öffentliche Mittel finanziert. Das Lateinamerika-Zentrum beteiligt sich mit 10 – 15 Prozent an den Gesamtkosten. Die restliche Finanzierung übernimmt der lokale Partner.

Neben der Projektarbeit leistet das LAZ einen Beitrag zur entwicklungspolitischen Bewusstseinsbildung in Deutschland und Europa. Dabei wird die Öffentlichkeit für Problemfelder und Schwierigkeiten der lateinamerikanischen Gesellschaften sensibilisiert, aber auch der kulturelle Reichtum der Region gezeigt.

Das Lateinamerika-Zentrum übernimmt sektoriell die Funktion von Repräsentanzen der Länder Lateinamerikas durch Kooperationen mit den Botschaften, durch Unterstützung von wirtschaftlichen Kooperationen und durch Darstellung der Länder in der Öffentlichkeit. Daher stellen die Nord-Nichtregierungsorganisationen wie das LAZ einen wichtigen Bestandteil des Globalisierungsprozesses dar und sind in der Lage, diesen positiv zu beeinflussen.

Das Lateinamerika-Zentrum ist Bindeglied und Integrationszelle lateinamerikanischer Immigrantinnen und Immigranten in die europäische Gemeinschaft. Im Freundeskreis des LAZ sind viele junge Leute aus Lateinamerika vertreten, die mit großem persönlichem Engagement dem LAZ bei der Planung und Umsetzung von Vorhaben und von (Benefiz-) Veranstaltungen helfen.

Das Lateinamerika-Zentrum bietet außerdem jungen Menschen aus Deutschland und Lateinamerika Praktikumsplätze an und unterstützt damit eine praxisorientierte Ausbildung.