Brasilien: Ausbildung von Jugendlichen

Ausbildung von Jugendlichen auf einem Gebrauchtwarenmarkt.

Gebrauchtwarenmarkt und Reparaturwerkstätten schaffen Zukunftsperspektiven im Armenviertel „Novos Alagados“ in Salvador

Die Idee ist einfach: Reparieren und recyceln ist besser als wegwerfen. Unter diesem Motto führt das LAZ zusammen mit der Associação Primeiro de Maio (Verein 1. Mai) ein Projekt zur Unterstützung von Jugendlichen in dem Armenviertel „Novos Alagados“ durch. Die in den 70er Jahren entstandene Favela gehört zu den ärmsten Gegenden in der brasilianischen Stadt Salvador da Bahia. Fast zwei Drittel der Einwohner dort leben von Gelegenheitsarbeiten oder sind arbeitslos. Nahezu die Hälfte aller Frauen muss alleine für den Unterhalt ihrer Familie aufkommen, und auch die Jugendarbeitslosigkeit ist sehr groß. Ein niedriger Bildungsstand und das Fehlen von Ausbildungsmöglichkeiten tragen dazu bei, dass sich viele Jugendliche zu Banden zusammenschließen und ins soziale Abseits von Drogen und Kleinkriminalität geraten.

Das LAZ-Projekt beruht auf einer langjährigen Partnerschaft mit der Brasilien-Cooperative-Haltern. Es richtet sich an rund 50 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren, die parallel zum Schulbesuch eine handwerkliche Grundausbildung erhalten. In fünf einzurichtenden Reparaturwerkstätten lernen sie, defekte Gebrauchtwaren zu reparieren. Meistens handelt es sich um Gegenstände, die von wohlhabenderen Einwohnern der Stadt aussortiert oder verschenkt wurden. Die erlernten Fertigkeiten bereiten auf eine spätere Berufsausbildung in staatlich angebotenen Kursen vor und erleichtern so den Einstieg ins Berufsleben.

Nach der Grundausbildung sind die Jugendlichen in der Lage, mit ihrer Arbeit eigenständig Geld zu verdienen. Der Verkauf der reparierten Gegenstände auf dem wöchentlichen Gebrauchtwarenmarkt trägt gleichzeitig zur Deckung der Ausbildungskosten bei. Der Markt steht den rund 2.000 bedürftigen Menschen des Viertels zur Verfügung, damit sie preiswerte Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs erwerben können. Das Projekt beginnt im Juni 2015 und läuft bis Ende 2016.

Unser Projektpartner vor Ort hat langjährige Erfahrung in der Ausbildung von bedürftigen Jugendlichen in der Region. Das Ausbildungszentrum CEPRIMA (Centro de Profissionalização 1º de Maio Ceprima), wurde 1980 gegründet und hat viele haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die sich für die Jugendlichen einsetzen, um ihnen eine neue Lebensperspektive zu eröffnen.

Vorbild dieser Initiative ist ein ähnliches Recyclingprojekt der Emmaus Bewegung in der brasilianischen Stadt Fortaleza, das bereits in den 90er Jahren begann. In Fortaleza sind mittlerweile 80 MitarbeiterInnen beschäftigt, die mit dieser Tätigkeit sich und ihre Familien ernähren können. Der Bau dieser Werkstätten wurde durch das LAZ finanziert.

 

Projektbesuch Bernd Kemper


Mehr Informationen auch unter: http://www.brasilien-cooperative.de/