Kolumbien: Aktuelle Entwicklungen und Veranstaltungshinweis

Kolumbien Blick in die Ferne

In Kolumbien bahnt sich ein Ende des Bürgerkriegs an. Nach mehr als 50 Jahren bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen Guerilla, Paramilitärs und Regierung ist ein Friedensabkommen in greifbare Nähe gerückt. Das LAZ  begleitet den historischen Prozess mit seinem Projektpartner, dem „Comité Departamental de Cafeteros de Antioquía“ (CDCA), vor Ort und mit einer Veranstaltung in Bonn.

Seit November 2012 führen die linksgerichteten „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) und Vertreter der Regierung von Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos auf Havanna abgeschirmt Gespräche über Waffenstillstand, Wiedergutmachung und Wiedereingliederung der Guerilla-Kämpfer in die Gesellschaft. In dem blutigen Konflikt wurden mindestens 220.000 Menschen getötet. 5,3 Millionen Menschen wurden zur Flucht im eigenen Land gezwungen.

Im September 2015 kündigten Präsident Santos und FARC-Kommandeur Timoleón Jiménez an, dass sie am 23. März 2016 ein endgültiges Friedensabkommen unterzeichnen wollten. Dieses Datum wurde verschoben, weil die Konfliktparteien beim Thema Entwaffnung noch um eine Einigung ringen. Eine Verständigung wurde bereits über die vier anderen Punkte der Agenda erreicht: Ländliche Entwicklung, Beteiligung der ehemaligen Guerilla am politischen Prozess, Bekämpfung des Drogenhandels und Entschädigung der Opfer. Wie in den letzten Tagen bekannt wurde, scheint es nun aber Fortschritte bezüglich der Verhandlungen zu geben.

Das LAZ verfolgt den Friedensprozess mit großen Hoffnungen. Im Rahmen unserer Projektarbeit unterstützen wir seit langem Kaffeebauern in Kolumbien, denen nun beim Friedensprozess im Bereich der ländlichen Entwicklung und Einkommensschaffung eine große Bedeutung zukommt. Anlässlich der aktuellen Entwicklungen in Kolumbien führte das LAZ ein Interview mit Lina Maria Echeverri-Roeder, Nachhaltigkeitsberaterin u.a. für den kolumbianischen Kaffeebauern-Verband. Doch das LAZ möchte auch hierzulande eine Debatte über die enormen Chancen und Herausforderungen anstoßen, die sich nach einem solchen historischen Friedensabschluss für die Gesellschaft in Kolumbien ergeben (s. unten).


Am Mittwoch, den 14. September 2016 veranstaltet das LAZ eine Podiumsdiskussion mit Lina Maria Echeverri-Roeder, Nachhaltigkeitsberaterin u.a. für den kolumbianischen Kaffeebauern-Verband und Tom Koenigs, dem Sonderbeauftragten der Bundesregierung für den Friedensprozess in Kolumbien. Die Veranstaltung unter dem Motto „Endlich Frieden, und was nun?“ findet von 18 bis 21 Uhr im Gremiensaal der Deutschen Welle in Bonn statt, und Interessierte können sich jetzt schon dafür per E-Mail unter info@lateinamerikazentrum.de oder telefonisch unter 0228 – 24 25 685 anmelden.