Der Klimawandel, die Welt und ich!

.

Letzte Phase läuft

Unsere BildungsreferentInnen unterwegs in Grundschulen im Raum NRW

Die letzte Phase unseres Pilotprojektes „Ausbildung lateinamerikanischer MigrantInnen für die die entwicklungspolitische Bildungsarbeit“ ist angebrochen. Seit Ende Juni besuchten unsere BildungsreferentInnen aus Lateinamerika bereits drei verschiedene Grundschulen und brachten den Kindern das komplexe Thema Klimawandel im lateinamerikanischen Kontext nahe.

Während die erste Projektphase sich noch mit der theoretischen Ausbildung der MigrantInnen beschäftigte so folgte nun die praktische Umsetzung an Grundschulen. Die erste Wanderausstellung fand bei der Grundschule Harmonie in Hennef statt. Natürlich waren alle Beteiligten sehr gespannt wie die Wanderausstellung und BildungsreferentInnen aufgenommen werden. Doch schon bei der Vorstellungsrunde verflog sämtliche Nervosität. Die Kinder hatten von Anfang an großes Interesse und sahen dem Projekttag mit Freude entgegen. Das Wetter war an diesem Tag ebenfalls positiv gestimmt, sodass viele Aktivitäten nach draußen verlegt wurden. Jeder Projekttag wird in einem Vorbereitungstreffen, meistens zweit Tage vor Besuch der Grundschule, im Lateinamerika-Zentrum (LAZ) von den BildungsreferentInnen zusammen mit der Projektleitung um Robert Kaeser und Stefanie Hahl, sowie Praktikantin, geplant. Die Abläufe werden ausführlich besprochen und die praktische Umsetzung geübt.

Typischer Ablauf einer Wanderausstellung

Das Konzept der Wanderausstellung ist stets gleich und variiert lediglich im Einsatz der BildungsreferentInnen. An einem Projekttag werden jeweils zwei bis maximal drei Durchgänge durchgeführt. In Schulzeit ausgedrückt bedeutet dies für unsere lateinamerikanischen MigrantInnen einen Schultag von der ersten bis zur sechsten Schulstunde. Beginnt wird stets mit einer Vorstellungsrunde von seitens des LAZ, worauf die Vorstellung der Kinder folgt. Nach der Begrüßung kommt ein Wetter-Klima-Spiel, bei dem die Kinder auf spielerische Art und Weise ihr Wissen testen können. Die Kinder hatten alle sehr viel Spaß an diesem Spiel und es herrschte stets eine aktive Teilnahme. Kinder mit besonders großem Vorwissen fanden das Spiel sogar „Baby einfach“. Nach dem Spiel werden die ersten Banner präsentiert und erklärt. Thematik dieser Banner  sind „Was ist Klimawandel?“ und „Konsequenzen des Klimawandels“. Anschließend erfolgt die Kleingruppenarbeit, in denen anhand eines konkreten Länderbeispiels die Auswirkungen des Klimawandels vorgestellt werden. Insgesamt gibt es drei Länderbeispiele. Diese sind der Kohleabbau in Kolumbien, die Mangroven in Mexiko und die Gletscherschmelze in Bolivien. Am Ende der Kleingruppenarbeit entwickelt jede Gruppe eine Pantomime, die im Plenum den anderen Gruppen präsentiert wird, sodass diese das jeweilige Thema der dargestellten Pantomime erraten müssen. Ebenfalls Teil der Kleingruppen ist ein Klima-Memory-Spiel. Dies soll eine Abwechslung zur vorhergegangenen Theorie bieten und zugleich eine Vorbereitung auf die Thematik des letzten Banners sein.  Dieser letzte Banner wird wieder im gesamten Klassenverband besprochen und beschäftigt sich mit der Frage „Was kann ich gegen den Klimawandel tun und wie kann ich die Umwelt schützen?“. Hier haben die Kinder immer sehr gute und viele Ideen. Es gab besonders viele Wortmeldungen und Alltagsbeispiele wurden oft genannt. Abschließend wird den Kindern noch eine Videoprojektion eines Bildungsreferenten gezeigt. Er hat eigens für dieses Format ein Lied komponiert und dies mit aussagekräftigen Bildern, die seine Oma aus Kolumbien malte, unterlegt. Nach erfolgreichem Ablauf werden die Kinder gebeten eine Abschluss-Evaluation durchzuführen um die Wanderausstellung stetig weiterentwickeln und verbessern zu können. Belohnt werden sie mit einer personalisierten Urkunde als Klima-Detektive.

Kleine Kinder – großes Thema

Wie man anhand des Konzeptaufbaus erkennen kann ist das Thema groß, die Zeit knapp und die Kinder mit ihren acht bis elf Jahren noch relativ jung. Da fragt man sich was denn überhaupt von so einem Projekttag an Wissen und Eindrücken bleibt. Dies versuchte ich mit ein paar Interviews herauszufinden. Dazu wurden sowohl die Schüler, als auch Lehrkräfte befragt. Auf die Frage, was ihnen besonders gut gefallen hat, wurden stets die Länderbanner und Kleingruppenarbeit genannt. Alle Lehrkräfte sind sich zudem einig das besonders die Authenzität durch die Präsenz der MigrantInnen aus Lateinamerika ein Geschenk ist und sie eine Brücke zwischen Heimatländern und Thematik schaffen. Besonders deutlich wurde durch das Interview, dass die Kinder die Tragweite des Problems sehr gut verstehen und sich damit auseinandersetzen. Dies ist wunderbar an folgenden Interview Fragen zu sehen.

Stefanie (Praktikantin): Stell dir vor, du triffst einen Menschen, der alles über die Welt, die Tiere und den Klimawandel weiß. Was würdest du diesen Menschen fragen?

Gereon (11J.): Ob er selber das Klima schützt.

Luca (9J.): Was man alles noch machen kann.

Julian (10J.): Wie würde er den Klimawandel verhindern?

 

Stefanie: Was würdest du auf der Welt verändern?

Julian: weniger Krieg.

Luca: keine Tiere töten.

Gereon: Schutzgebiet für Mangroven.

 

Stefanie: Was würdest du dir für die Menschen in Lateinamerika wünschen?

Julian: Eine verbesserte Lebenssituation, bessere Häuser.

 

Stefanie: Kannst du sagen warum dir das wichtig ist?

Julian: Jeder Mensch ist gleich. Gleiche Rechte für alle.

 

Die Aussage von Julian macht doch deutlich wie wichtig und bedeutend die Arbeit der BildungsreferentInnen und das Projekt ist.

Der Klimawandel ist ein globales Problem, das man nur gemeinsam angehen kann. Es wurde gemeinsam verursacht aber jeder kann individuell etwas dazu beitragen diesem Problem eine positive Wendung zu geben. Ziel dieses Projektes ist ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Veränderung zu schaffen, Zusammenarbeit zu fördern und den BildungsreferentInnen eine Plattform zu geben in der sie außerhalb ihrer Heimatländer auf die Auswirkungen aufmerksam machen können.

Oft reicht schon der Impuls einer einzigen Frage.

Kann ich mein eigenes Verhalten gegenüber Mensch und Natur ändern um einen positiven, nachhaltigen Einfluss auf die Umwelt gewährleisten zu können?

 

 

Wir danken unserer Praktikantin Steffi für diesen Beitrag!

Euer LAZ-Team