MigrantInnen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

Lateinamerikanische MigrantInnen informieren GrundschülerInnen über die Ursachen & Folgen des Klimawandels

Das Projekt wurde im Septermber 2018 erfolgreich abgeschlossen. Hier eine kurze Zusammenfassung und Evaluation:

Vor wenigen Wochen ging ein weiteres unserer Bildungsprojekte sehr erfolgreich zu Ende. Wir berichteten mehrfach über den integrativen Ansatz des Pilotprojektes „Ausbildung lateinamerikanischer Migrant*innen in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit“, das in zwei Phasen Teilnerhmer*innen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit begeis-terte, über den Zusammenhang zwischen Umweltschutz und Armutsbekämpfung aufklärte und auf die sozialen Folgen des Klimawandels in Lateinamerika aufmerksam machte. Zielgruppe waren hierbei zum einen in Deutschland lebende Lateinamerikaner*innen, die im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit geschult wurden, ihre sehr unterschiedlichen Vorkenntnisse einbringen und sich so selbst entfalten konnten. Diese neu erworbenen Kenntnisse konnten sie dann sogleich in der Konzeption und Erarbeitung einer Wanderausstellung zum Thema Klimawandel & Lateinamerika einbringen. In der zweiten Projektphase wurde es dann praktisch und die frisch ausgebildeten Bildungsreferent*innen begaben sich auf Projekttage an Grundschulen, um dort Kinder im Alter von 8-10 Jahren, bzw. der 3. & 4. Klassen durch die Wanderausstellung zu führen und ihnen so einen Einstieg und/oder eine Vertiefung in das Thema Klimawandel zu bieten. Wir blicken auf einen sehr erfolgreichen und lehrsamen Projektzeitraum zurück und möchten euch daher nun noch einmal die wichtigsten Aspekte des Projektes zusammenfassen, sowie einen Ausblick auf kommende Projekte bieten.

In der ersten Phase ging es darum, in NRW lebende Lateinamerikaner*innen in der ent-wicklungspolitischen Bildungsarbeit auszubilden und sie als potenzielle Multiplikator*innen für das Thema des Klimawandels und der Armutsbekämpfung in Lateinamerika zu sensibilisieren. Dies erfolgte innerhalb von 12 Seminartagen im Zeitraum von Juli 2017 bis Juni 2018. An den jeweiligen Tagen standen unterschiedliche Schwerpunkte auf dem Programm. Neben dem Input zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit durch das LAZ fand auch ein reger Austausch mit anderen Organisationen und Vereinen statt. So gab es z. B. Vorträge und Workshops von Oro Verde oder Südwind. Hierbei profitierten die Teilnehmer*innen nicht nur von dem externen Informationsinput und der entwicklungs-politischen Vernetzung, sondern vor allem auch voneinander. Denn besonders durch die Vielfalt und Heterogenität der verschiedenen Teilnehmer*innen entstanden stets konstruk-tive Diskussionen und Ideen.

Basierend auf diesem regen Austausch und unterstützt durch die Erfahrungen des LAZ wurde parallel zu diesen potenzialfördernden Maßnahmen eine Wanderausstellung entwickelt. Schnell wurden von den motivierten Migrant*innen verschiedenste Ideen sowohl zur Gestaltung der Banner als auch der Wanderausstellung insgesamt entwickelt, die sich mit neuem Input durch die Seminare weiterentwickelten und formten. Den Teil-nehmern*innen wurde hierbei möglichst freie Hand gelassen, um die Entwicklung eines persönlichen und authentischen Produktes zu ermöglichen.

So wurde ein Konzept entwickelt, dass es zum Ziel hat, die Kinder spielerisch und fundiert an das komplexe Thema heran zu führen. Zahlreiche Ideen zur Gestaltung der Ausstellungsobjekte und zu ergänzenden Aktivitäten, um die Kinder aktiv einzubinden, wurden entwickelt und diskutiert. Das Endprodukt war eine interaktive und kreative Wanderausstellung, die im Rahmen eines mehrstündigen Programms das Thema Klimawandel an verschiedene Grundschulen in der Region brachte.

Das Format der Wanderausstellung bietet ein hohes Maß an Flexibilität und die Möglichkeit, sich an die individuellen Zeitpläne und Leistungsniveaus der Grundschulklassen anzupassen. Durch das Vorstellen der eigens kreierten Banner konnten die Migrant*innen, zusätzlich zu dem neu erlangten thematischen Wissen, wichtige Fähigkeiten erlernen und verbessern: das Arbeiten mit Kindern, Präsentationen vor größeren Gruppen und natürlich ihre Deutschkenntnisse. Gleichzeitig empfanden viele der Teilnehmer*innen die Projekttage als eine einzigartige Möglichkeit, deutschen Schulkindern etwas über ihre Heimat und die Probleme dort beizubringen. Andersrum weckte der Kontakt mit den Migrant*innen, insbesondere deren authentische Präsentationen und persönliche Erzählungen, die Begeisterung der Kinder. Die abwechslungsreiche Gestaltung der Projekttage, die sich durch Vorträge, Kleingruppenarbeiten und Spiele zusammensetzten, bot den Kindern eine unvergessliche Möglichkeit, sich mit dem Thema Klimawandel  auseinanderzusetzen und mehr über einen, ihnen oft völlig unbekannten, Kontinent zu lernen. Die positive Rückmeldung von sowohl Kindern als auch Lehrkräften und Teilnehmer*innen half dabei, dass das Projekt sich bereits während seiner Laufzeit weiter entwickelte und verbesserte.

Auch wenn das offizielle Projektende erst wenige Wochen zurück liegt, lässt sich der Erfolg des Ausbildungsprojektes schon jetzt erkennen. Bereits während der Projektlaufzeit kamen einige der Teilnehmer*innen beruflich voran, was unter anderem dazu beitrug, dass auch im Juni noch  neue Lateinamerikaner*innen in das Projekt aufgenommen werden konnten. Das Format von selbstkonzipierter Wanderausstellung kombiniert mit der Durchführung der Projekttage an den Schulen bot den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, diverse Talente und kreative Ideen miteinzubringen. Während einige von ihnen ihre künstlerischen Fähigkeiten bei der Gestaltung der Banner einbringen konnten, genossen andere insbesondere die Arbeit mit den Kindern. Die Teilnehmer*innen konnten sich so nicht nur gegenseitig ergänzen und voneinander lernen, sondern es bildeten sich bereits neue Ideen heraus, wie man auch zukünftig zusammenarbeiten könnte, um ähnliche Projekte eigenständig fortzuführen. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer*innen eine Schulung der Stiftung Bildung und Entwicklung, um sich als Bildungsreferent*innen zertifizieren zu lassen. Mit ihrem Wissen zu konkreten Expertenthemen und zu ihren Herkunftsländern und –regionen sind sie nun ausgezeichnet dafür vorbereitet, um eigen-ständig im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv zu werden.

Angespornt von dem Erfolg und positiven Feedback zu diesem Projekt gibt es natürlich auch bereits verschiedene Pläne für eine Fortführung, sowohl für die nun ausgebildeten Bildungsreferent*innen selbst als auch für die Verwendung der tollen Wanderausstellung.
Eine Folgeprojekt wird momentan von den Mitarbeiterinnen des LAZ erarbeitet und soll im 2. Quartal 2019 startet. Gerne halten wir Sie hierüber auf dem Laufenden.